Verein zur Förderung und Pflege der Tradition der Potsdamer Riesengarde "Lange Kerls" e.V.








Feldlager zum 25jährigen Bestehen des Vereins „Lange-Kerls“ e.V,
Königs Wusterhausen, 04.bis 06.09.2015

Was für ein Wochenende, da war von Freude, Zufriedenheit und Stolz bis zu Enttäuschung und Ärger alles an Emotionen mit dabei, doch der Reihe nach.
Am 4. September 2015 erreichte das Vorauskommando der „Langen Kerls“ gegen 10 Uhr den Schlosspark in Königs Wusterhausen. Die Temperaturen lagen im angenehmen Bereich und der Himmel war klar. Schnell begann man mit der Errichtung des Fürstenzeltes für den Alter Dessauer, welches zugleich das größte Zelt am Platze war. Nachdem dies im wahrsten Sinn des Wortes gestemmt war, erreichten weitere Kameraden den Platz. Mit vereinten Kräften wurden sodann die 10 Mannschaftszelte, das Unteroffizierszelt und das Küchenzelt aufgestellt. Zug um Zug trafen dann auch Kameraden anderer Vereine ein und errichteten ihre Lagerstätten. Gegen Abend war der Aufbau des Feldlagers im Allgemeinen abgeschlossen und man konnte zum geselligen Teil übergehen. Über den Feuerstellen wurde gebrutzelt und gekocht und die Potsdamer Riesengarde lud alle Anwesenden zum Freibier ein. Währenddessen nahm seine Majestät König Friedrich Wilhelm I. nebst Gattin, Fürst Leopold I. mit Gattin und weiterem Gefolge auf Einladung der Stadt Königs Wusterhausen in der Kirche an der Eröffnungszeremonie des Schlossfestes teil. Die Zeremonie bestand aus einem Konzert, das sowohl historisch klassische als auch zeitgenössische Musikstücke beinhaltete. Rund 160 Akteure gaben dabei ihr Bestes.
Der Morgen des 5. Septembers 2015 begann mit einem kleinen Regenschauer, der aber niemanden wirklich verschreckte. Nach einem guten Frühstück haben sich alle auf den Eröffnungsappell vorbereitet. Nach seiner Morgenandacht kam der König direkt zurück zum Schloss und eröffnete sogleich persönlich den Morgenappell und nahm die Truppenteile ab. Zahlreiche Zuschauer hatten sich zu dieser Zeit bereits eingefunden, um das militärische Zeremoniell zu verfolgen. Direkt aus dem Appell heraus marschierten die militärischen Verbände und Darsteller diverser Hofstaaten zum Ausgangspunkt des Stadtumzuges, der pünktlich um 11:30 Uhr begann. Als einer der ersten Gruppen im Festumzug liefen die „Langen Kerls“ aus Potsdam. Alle Beteiligten des Zuges sowie die vielen Zuschauer entlang der Strecken waren begeistert und empfanden Spaß und Freude. An der Hauptbühne des Stadtfestes, gleichzeitig Endpunkt des Festumzuges, war dann der nächste Programmpunkt für die „Langen Kerls“. Der König eröffnete auf der Bühne gemeinsam mit dem Bürgermeister von KW sowie dem Direktor der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten das Stadt- und Schlossfest offiziell. Danach eskortierte die Riesengarde seine Majestät und Gefolge zurück zum Schloss, wo Ihnen zu Ehren und für alle anwesenden Gäste zweimal Salut geschossen wurde, wovon das Volk überaus begeistert war.
Nach einer kurzen Mittagspause trat die Riesengarde erneut vor dem Schloss an und zeigte dem interessierten Publikum, wie anno dazumal mit einem Vorderlader Gewehr hantiert wurde auch diesmal mit zwei Salutschüssen zum Abschluss. Der Abmarsch erfolgte direkt wieder aus dem Schlossgelände hinaus. Hier sperrte die Garde den Sicherheitsbereich für die nun folgende Artillerie, die auf der Straße vor dem Schlossareal mit zwei sehr unterschiedlichen Kanonen schon bereit standen und danach die fünf Böllerschüsse abgaben. Auch hier war das sich dicht drängende Volk überaus begeistert.
Leider setzte dann gegen 17 Uhr der bereits angekündigte Starkregen ein. Da damit verbunden auch eine Sturmwarnung erging, entschied sich der städtische Veranstalter, dass Schlossfest sicherheitshalber zu beenden und die anwesenden Bürger nach Hause zu schicken. Eine Entscheidung, die zum diesem Zeitpunkt absolut richtig gewesen ist. Leider fiel damit natürlich auch ein weiterer Höhepunkt des Festest ins Wasser: Die historische Fahnenweihe der Potsdamer Riesengarde.
Auf Grund der neuen Situation - schlechtes Wetter, keine Zuschauer mehr anwesend - wurde diese Zeremonie kurzer Hand in den Keller des Schlosses verlegt und im kleinen Kreis vollzogen.
Als dann die letzten Nägel an der Fahne von der anwesenden Honoratioren gesetzt wurden und Herr Ministerpräsident noch einige Worte an die Anwesenden richtete, konnte man es förmlich greifen, wie Stolz die Kameraden der Potsdamer Riesengarde auf das in letzter Zeit Geleistete und auf den Verlauf des Tages waren. Nach dieser Zeremonie gingen alle Kameraden und Gäste hinüber das Kavalierhaus, um gemeinsam mit den Ehrengästen ein Bier zu heben. Auf dem Weg dorthin standen die anderen Truppenteile des Feldlagers Spalier vor dem Schloss, um ihre Ehrerbietung gegenüber der neuen Truppenfahne und den Ehrengästen zu bekunden.
Dafür an dieser Stelle nochmals einen großen Dank
von der Potsdamer Riesengarde.

Zwischenzeitlich hatte sich das Wetter wieder etwas beruhigt und die Feldlagerteilnehmer trafen sich im Anschluss wieder an den Feuerstellen. Durch die grundsätzliche Absage des Festest fiel nun leider auch die Abendserenade, geplant für 21 Uhr vor dem Schloss, aus. Das führte zur Enttäuschung bei Akteuren und immer noch oder nun schon wieder anwesenden Zuschauern. Deshalb wurde zu später Stunde ein kleiner Appel alle anwesenden Truppen und Hofstaat-Darsteller durchgeführt bei dem kleine Geschenke unter den Vereinen ausgetauscht wurden.
Am Sonntagmorgen war der Himmel gegen 7 Uhr nur bedecktet, jedoch ließen die Wetterinformationen aus Potsdam nichts Gutes erwarten. So dauerte es auch nicht lange und es begann zu tröpfeln. Schnell wurden es größere Schauer und letztendlich begann ein stundenlanger Landregen. In Anbetracht dieser Situation entschied sich der Vorstand der Potsdamer Riesengarde, alle Aktivitäten innerhalb des Feldlagers einzustellen und mit dem Abbau desselben zu beginnen.
Lediglich der Gottesdienst in der Kirche wurde durchgeführt.
Gegen 12 Uhr war dann die komplette, überwiegend nasse Ausrüstung auf und in die Fahrzeuge verladen. Alle noch anwesenden Kameraden und Gäste nahmen dann noch das geplante Mittagessen im Kavalierhaus ein. Und nach den ultimativen Abschiedszeremonien machten sich alle Vereine im Regen auf den Heimweg.
Die Potsdamer Riesengarde musste zunächst die Ausrüstung zum Heimatstützpunkt in die Havellandkaserne in Potsdam-Eiche bringen, wo die durchnässten Zelte wieder aufgebaut wurden, um sie bei hoffentlich schönerem Wetter trocken wieder einzulagern.
Obwohl dieser Sonntag nicht den eigentlichen Erwartungen der Kameraden entsprochen hat, überwog eine große Zufriedenheit hinsichtlich des zurückliegenden Wochenendes.

Die Potsdamer Riesengarde bedankt sich auf diesem Wege bei allen Gästen des Jubiläumsfestes in Königs Wusterhausen, bei allen Vereinen und Verbänden sowie den Einzeldarstellern und kleinen Gruppen, bei den Verantwortlichen der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, bei den vielen tausend Zuschauern sowie bei allen fleißigen Helfern und Unterstützern ohne die ein solches Fest niemals durchführbar wäre und natürlich bei den eigenen Kameraden und ihren Angehörigen für ihre aktive Mitwirkung mit dem Gruß der Garde „Semper Talis“

Teilnehmer über das Wochenende: König, Feldmarschall, 2 Offiziere, 2 Tamboure, 2 Fähnriche, 2 Zimmerleute, 7 Grenadiere, Bauer und Fourier
RT

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