Verein zur Förderung und Pflege der Tradition der Potsdamer Riesengarde "Lange Kerls" e.V.








Feldlager zum Leopoldsfest, Dessau, 03. bis 05.07.2015

Vom 3. bis 5. Juli 2015 fand in Dessau das 10. Feld- und Lustlager im Rahmen des jährlichen Leopoldfestes statt. Man kann schon an den Beginn dieses Beitrages die vier Worte stellen: Es war irre heiß! Bei fast 40° Celsius im Schatten und gefühlten 45° Grad hätte das Feldlager auch irgendwo in Nordafrika stattfinden können. Mensch und Pferde waren einer Gluthitze ausgesetzt.
Die Potsdamer Riesengarde war wie in den zurückliegenden Jahren mit einer Abordnung vor Ort präsent. Diese rückte bereits am Freitagnachmittag an und errichtete im Schweiße ihres Angesichts die mitgeführten 9 Zelte. Gegen 18 Uhr eröffnete „unser“ Fürst Leopold I. in Begleitung eines Grenadiers und eines Tambours auf dem Marktplatz offiziell das Leopoldfest. Mittlerweile trafen auch anderer Vereine ein und stellten ihre Zelte auf. Schnell verging der Nachmittag und nach einer Abendversorgung vor Ort gab es als Höhepunkt des Abends ein "Barock-Feuerwerk". Der dabei erzeugte Rauch umhüllte das Feldlager so sehr, dass man seine Hand vor Augen nicht mehr sah.
Der nächste Morgen brachte die Erkenntnis, dass es sich trotz der hohen Tagestemperaturen gut in den Zelten schlafen lies, da die Nachttemperaturen bis auf 16 Grad abfielen. Wohl dem, der dann doch eine Zudecke dabei hatte
Nach dem Frühstück marschierten die Truppen des Feldlagers zum Marktplatzt um die zentrale Eröffnung des zweiten "Feiertages" durchzuführen. Danach verlegten alle zurück ins Feldlager um dort das militärische Können der Vereine vorzuführen. Dabei wurde reichlich mit Gewehren und Kanonen geböllert. Mit der wieder ansteigenden Hitze wuchs bei den „Langen Kerls“ der Wunsch nach einer Abkühlung und so waren alle begeistert, als der Schatzmeister des Vereins zu einem großen Eisbecher in das gegenüber befindliche, klimatisierte Einkaufscenter einlud. Danach sollte gegen 16 Uhr die fürstliche Kaffeetafel stattfinden, an der ausschließlich die anwesenden Hofdamen teilnehmen sollten. Die Kaffeetafel wurde jedoch von einem Notarzteinsatz überschattet, da einer etwas älteren Teilnehmerin doch zu heiß geworden ist. Der Veranstalter entschied sich daraufhin, die Tafel nicht weiter zu führen. Auch auf weitere Vorführungen der Vereine wurde verzichtet, da nunmehr alle "in den Seilen hingen". Erst um 22 Uhr traten die Truppen wieder an, um am Rande des Lagers den alljährlichen Zapfenstreich zu zelebrieren. Auch hier schlug die Hitze zu und schickte eine Musikerin des Eisfelder Spielmannzuges zu Boden. Deshalb wurde die gesamte Vorführung eingekürzt. Ein angekündigtes Gewitter zog leider an Dessau vorbei, stattdessen gab es Blitz und Donner vom Feuerwerk auf dem Marktplatz.
Der Sonntag begann, wie die beiden Tage zuvor aufhörten, mit großer Hitze. Zunächst sammelten sich die Truppen, um an der ehemaligen Stadtmauer einen Feldgottesdienst abzuhalten und daran im Anschluss wiederum auf dem Marktplatz den letzten "Feiertag" zu eröffnen. Danach zogen es jedoch die meisten Vereine vor, die Zelte abzubrechen und den Heimweg anzutreten.
Nur die Potsdamer Riesengarde und ein paar verbliebene Vereine und Einzeldarsteller nahmen zur Mittgaszeit am traditionellen Stadtumzug teil. Der Hitze geschuldet war das Teilnehmerfeld gegenüber den sonstigen Jahren sehr stark ausgedünnt und auch die sonst für Dessau üblichen Zuschauermassen schrumpften auf wenige Treue und Schaulustige zusammen. Egal, die verbliebenen Teilnehmer des Umzuges stellten sich der Hitze und die Potsdamer Riesengarde mit dem Fürsten Leopold I. vorneweg. Nach ca. einer Stunde waren die ersten Teilnehmer des Festumzuges, welche aus dem Feldlager kamen, wieder dort angekommen. Nach einer kurzen Pause wurden die Zelte abgebaut und schon um 15:45 Uhr war alles verladen. Der Heimweg führte natürlich über die Havellandkaserne, um dort die Feldlagerausrüstung wieder einzulagern, was dann um 18 Uhr endlich geschafft war. Ein für alle Teilnehmer wirklich ungewöhnliches und kräftezehrendes Wochenende ging zu Ende.
Es bleibt die Hoffnung, wenn die Riesengarde in drei Wochen wieder ins Feld nach Senftenberg zieht, dass dann die Temperaturen doch deutlich angenehmer sind.
Teilnehmer: Feldmarschall, Offizier, Fähnrich, 2 Tamboure, 4 Grenadiere und Fourier
RT

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