Verein zur Förderung und Pflege der Tradition der Potsdamer Riesengarde "Lange Kerls" e.V.










Familienfahrt der Fregatte „Brandenburg“, Wilhelmshaven, 30.05.2015

Zur Tradition der Fregatte "Brandenburg" gehört es, alljährlich in der einsatzfreien Zeit, eine Familien- und Gästefahrt durchzuführen. Das heißt, dass die Besatzungsmitglieder mit ihren Angehörigen und weiteren Gästen eine Ausfahrt z.B. in Richtung Helgoland durchführen und dabei ihren Arbeitsplatz den Besuchern vorstellen. Am 30. Mai 2015 war es wieder einmal so weit.
Schon am Freitag, dem 29. Mai 2015, startete gegen 14 Uhr eine Abordnung von 14 Personen der Potsdamer Riesengarde inklusive Angehöriger von der "Havellandkaserne" in Potsdam an die Nordsee. Nach ca. 5 Stunden Fahrt erreichten die Ersten den Unterkunftsort, diesmal die Fliegerkaserne in Jever-Schortens, noch ca. 15km von Wilhelmshaven entfernt. Nach dem "einchecken" wurde der frühe Abend genutzt, um nach Wilhelmshaven zu fahren. Dort wurde die Gaststätte "Europa", ein griechisches Restaurant, aufgesucht, das schon aus einigen vorherigen Besuchen bestens bekannt war. Der Abend klang bei Speis und Trank gemütlich aus.
Der nächste Morgen, Sonnabend der 30. Mai 2015, begann sehr früh. Nach der Planung sollte die Riesengarde bereits um 7 Uhr auf der Fregatte "Brandenburg" sein. Diese lag im Marinestützpunkt Wilhelmshaven vor Anker. Dort wurden wir bereits vom Kamerad Zentgraf, ein jahrelanges Besatzungsmitglied der Fregatte, erwartet. Er lud die Truppe zu einem rustikalen Frühstück in die PUO-Messe (Portepee-Unteroffiziers-Messe) ein. Nach dieser Stärkung bezog die Riesengarde Stellung an der Stelling (auch bekannt unter Gangway oder Landgang) zur Begrüßung der eintreffenden Gäste. Gegen 9 Uhr erschien auch die offizielle Delegation des Landes Brandenburg unter Leitung des stellv. Landtagspräsidenten Dieter Dombrowski, der Referatsleiterin der Landesvertretung Brandenburgs beim Bund, Elke Krüger sowie weiteren Vertretern der Landesregierung. Neben den Ansprachen spendierten sie anlässlich der Familienfahrt 150 Liter Bier in Fässern für die Besatzung und die Gäste. Pünktlich 9:30 Uhr wurde die Fregatte von zwei Schleppern aus dem Hafenbereich auf die offene See gezogen, da die Hafenanlage zum eigenständigen Manövrieren der Fregatte zu klein und zu flach ist. Nun begann die "große Fahrt" auf der Nordsee Richtung Helgoland. Die Fregatte nahm dann sehr zügig Fahrt auf und das nicht nur sprichwörtlich. Mit teilweise 23 Knoten/42,6km/h war sie schon sehr schnell unterwegs. Die See war anfangs noch flach und ruhig, aber weiter draußen nahm sowohl die Windintensität als auch die Wellenhöhe (bis 2m) zu. Für den einen oder anderen Verdauungstrakt war das dann schon spürbar. Da sich das Wetter sehr wechselhaft zeigte, mussten die Gäste immer wieder einmal das Deck verlassen und in den Hubschrauberhangars Unterschlupf suchen. Es waren Tische und Bänke aufgebaut und es wurden Kaffee, Brötchen und Getränke gereicht, zur Mittagszeit sogar eine deftige Kartoffelsuppe mit Bockwurst und zur Kaffeezeit nochmals Kaffee und Blechkuchen angeboten. Neben Schiffsbesichtigungen demonstrierte die Besatzung unter der Führung des Kapitäns Ivo Schneider ihr Können sowohl bei einer Feuerlöschübung als auch bei einer Rettungsübung "Mann über Bord" und ließ zum Erstaunen aller Gäste auch ein paar Schuss aus der Bordkanone "gucken". Natürlich waren die Granaten nur mit Betongefüllt, aber anhand der aufsteigenden Wasserfontänen konnte man erahnen, welche Reichweite so ein Geschoß hatte. Die Zeit verging auf See "wie im Fluge" und schon war man gegen 15:30 Uhr wieder an der Pier in Wilhelmshaven angekommen. Die Schlepper manövrierten die Fregatte gekonnt wieder an ihre Liegeposition und die Landverbindung war auch sehr schnell wieder hergestellt.
Nun nahm die Garde erneut Aufstellung zum Salutschießen für die Fregatte "Brandenburg". Das klappte trotz heftigem Wind vorzüglich und man hatte den Eindruck, die Gewehrsalve war lauter als der Kanonendonner vorher von der Fregatte.
Nachdem die Meisten der Gäste das Schiff verlassen hatten, zog sich die Garde erneut in die PUO-Messe zurück um dort das eine oder andere „Einlaufbier“ mit den Kameraden der Fregatte zu genießen. Erst nach 20 Uhr verließen die Kerls das Schiff um dann zurück zur Unterkunft nach Jever zu fahren. Am Sonntag, den 31. Mai 2015 ging es dann wieder zurück gen Heimat. Abfahrt war gegen 9 Uhr und nach 15 Uhr erreichte man dann wieder heimatliche Gefilde. Es war ein tolles Erlebnis mit den Kameraden auf der Fregatte über die Nordsee zu düsen.
Teilnehmer: Offizier, 2 Tamboure, Zimmermann, 3 Grenadiere und Fourier
RT

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