Verein zur Förderung und Pflege der Tradition der Potsdamer Riesengarde "Lange Kerls" e.V.

LANGE KERLS -
Muster, Mythos oder Maskerade


Friedrich Wilhelm I.(1688-1740), der "Soldatenkönig", machte das Königsregiment (Nr.6) mit seinen "langen Kerls" zum Muster der preußischen Infanterie. Oder waren die Eliteinfanteristen Tarnung und Maskerade gegenüber anderen politischen Mächten? Der Mythos um die hoch gewachsenen Gardisten hat sich jedenfalls über die Jahrhunderte hinweg bis heute gehalten.

Anfänge:
Das Regiment der langen Kerls entstand aus der Zusammenlegung zweier verschiedener Truppenkörper, nämlich des (Königs) Wusterhausener Großen oder Roten Grenadierkorps und des Regiments zu Fuß, dessen Chef Kronprinz bzw. (seit 1713) König Friedrich Wilhelm I. war. Das Korps "Grands-Grenadiers" mit roter Abzeichenfarbe (daher auch Korps Roter Grenadiere genannt) hatte er sich nach 1709 im Amt (Königs)Wusterhausen durch die Umformung seines dort unterhaltenen "Jagdgarde" geschaffen. So sind die "langen Kerls" aus einer Wurzel hervorgegangen, die ebenso in die Sphäre adlig betriebener Jagd wie in den ihr unmittelbar benachbarten Militärsektor reichte. Zum anderen Teil erwuchs das Königsregiment aus dem 1675 aufgestellten Regiment zu Fuß Kur-, seit 1701 Kronprinz, dessen Chef Friedrich Wilhelm 1698 nominell war und das 1711 unter sein tatsächliches Kommando kam. Beide Formationen wurden 1717 zum Königsregiment Nr. 6 vereint, wobei die Roten Grenadiere ein 1. Bataillon und das Regiment ein II. und zusätzliches III. Bataillon bildeten.

Quelle: Porticus, Band 2/2005
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